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Ein klarer Fall für die digitale Heckscheibenkamera, aber ... Photographie © LuxOr

Big Brassa is wotsching ju oder die Spiegel-Kamera sieht Dich nasepopeln.

Was uns mal wieder als das ultimative Feature verkauft wird – gegen einen entsprechend hohen Obolus versteht sich -, welches die Sicherheit des gemeinen Autofahrers ungemein erhöhe: Digitale Kameras anstelle der klassischen Außen- und Innenspiegel. Zugegeben, bei eingeschränkter Sicht im Fond durch hünenhafte Zeitgenossen oder einen allzu vollgepackten Kofferraum kann ein solches kameragestütztes System sicherlich eine große Hilfe sein. Ebenso beim Rechtsabbiegen: wer befürchtete da nicht schon einmal, einen urplötzlich im toten Winkel auftauchenden Radfahrer unter die Räder zu bekommen?

Aber: Ist ein dynamischer dreigeteilter Innenspiegel nicht eher ein Unsicherheitsfaktor durch ablenkende Reizüberflutung? Was mich jedoch vor allem nachdenklich stimmt: Was gibt uns denn die Gewähr, daß hier nicht gleichzeitig auch illegalerweise Informationen und bewegte Bilder des Innenraumes abgeschöpft werden können? In Verbindung mit den Infotainment-Systemen, welche sich mittlerweile beinah zu einem absoluten Verkaufsargument zu entwickeln scheinen – gibt es überhaupt noch (Mittelklasse-)Neuwagen ohne, was wird hier wo gespeichert, kann man diese Systeme auch komplett stilllegen? –, ergäbe das eine lückenlose Überwachung unserer Bewegung in Raum und Zeit, audio-visuell und in Echtzeit. Das mag Zukunftsmusik sein, Paranoia gar, nur: Wurde nicht beispielsweise auch schon jemand dafür abgestraft, daß sein digitaler Sprachassistent sensible private Informationen abgegriffen hatte?

 

Ein klarer Fall für die Heckscheibenkamera, aber …

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