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Vorsicht bei der Wortwahl

Ne wirklich, Herr Lindner? Vor zwei Tagen titelte die FAZ exklusiv: „Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt“, bezogen auf die angeblich mangelnde Kompromißfähigkeit der Grünen. Und weiter stand dann zu lesen: „Ohne die Grünen hätte es zweifelsohne geklappt“. So, so, aha! Ist dem guten Mann eigentlich bewußt, was er da sagt, welches Zeugnis er sich selbst und seiner Truppe damit ausstellt? Denn das muß ein wahrhaft schlechter Verhandler sein, der sich von einem noch kleineren potentiellen Koalitionspartner die Butter vom Brot nehmen läßt. Und hernach einen auf weinerlich macht, man habe sich gedemütigt gefühlt. Ja, ist denn die politische Arena ein Ponyhof, oder was? Und Sie haben noch niemals ausgeteilt? Und nutzten jede sich bietende Gelegenheit bereitwillig zum Kompromiß?

Und mit der CDU/CSU allein hätte es also geklappt. Wie gut, das haben wir von 2009 an bis 2013 erleben dürfen, als der obig erwähnte Politiker bis zur Hälfte der Legislaturperiode etwa als Generalsekretär seiner Partei fungierte und also an ihrem damaligen Desaster offensichtlich nicht ganz unbeteiligt war. Herr Lindner, Herr Lindner, Sie brauchen dringend einen fähigeren Spin-Doctor, der Ihnen Ihr bescheidenes Nachsondierungsimage aufpoliert! Ihr bisheriges Narrativ des Scheiterns vor karibischen Gewässern überzeugt nicht, denn es läßt Sie allzu schwächlich erscheinen. Ihre Truppe scheint darüber hinaus auch nicht gänzlich davon überzeugt zu sein, da Ihre jetzige Generalsekretärin die Absage Ihrer Partei mittlerweile relativierte. Vorsicht als bei der Wortwahl!