Archiv für den Monat Juli 2017

Dito, pt. II

Und weil’s gestern so schön war und ich heut gen alter Heimat aufbreche (einen inneren, kausalen Zusammenhang vermag ich hierin freilich nicht zu erkennen  …), und weil ich mit diesem Beitrag offenbar mein erstes Viertelhundert geblogt vollende (allzu lang hat’s leider gedauert, aber was lange währt …), gleich nochmal nen königlichen Groove (gell, Hetty!) hinterher; einen audiovisuellen Herrenwitz für den Connaisseur nämlich. All die FeministInnen dort draußen sei’n indes auf die sublime, postmodern-kritische Gender-Meta-Ebene (die Watschn!) und die verkehrte Hand-Symbolik verwiesen – was immer das auch heißen mag. Ansonsten nun jedenfalls Hands up and boogie-woogie!

PS: Fürs Erste wollen wir es nun aber wieder bewenden lassen mit der audio-visuellen Zerstreuung und uns alsbald erneut den gewohnten Pleiten, Pech & Pannen zuwenden …

In der Bewegung ruht die Kraft …

Nach all den Kritikastereien der letzten Zeit zur Abwechslung zwischendurch mal wieder ein Anstoß zur Bewegung, ein sommerlich-flockiger Ohrenschmaus vom anderen Ende der Welt nämlich, aus Down Under. Etwas älter schon und bei der Tube offenbar ein Schattendasein fristend, verfügt es dennoch unverkennbar über einen launigen Mitzappelfaktor. Nicht zu unterschätzen bei dem derzeit obwaltenden launischen April-Wetter, am hiesigen Meere zumindest. Dann groovt also ma schön, laßt den großen Zeh wippen und shake, shake it, babes!

 

Aufgeschnappt: Gesichtsbuch-Peinlichkeiten …

Neulich gesehen im sozialen Netzwerk (tummelte mich dorten eigentlich nur um einer Radioshowplaylist willen, leider dann doch vergeblich :-():

Du bist das beste was mir je passieren konnte. Ich bin dir dankbar für jeden Tag, den ich mit dir verbringen darf. Ich werde dich ewig lieben! Und dir für immer dankbar sein für die beiden wundervollsten Geschenke in meinem Leben. DANKE für neun wunderbare Ehejahre und alles liebe zum Hochzeitstag! Ich liebe dich!

Aha, welch Anlaß für ein Posting unter eingenem Namen an Hinz und Kunz, ein schiefer Hochzeitstag, so, so: Aber warum erklärt sie ihm ihre unverbrüchliche Liebe dann nicht in einem anderen, geschlossenen, privaten Rahmen, live, Aug in Aug, in trauter Zweisamkeit? Es ist natürlich nicht jedem gegeben, offen über seine Geühle, noch dazu in Bezug auf das unmittelbare Gegenüber, zu sprechen. Dann könnte frau aber immerhin noch auf eine individuell adressierte Nachricht zurückgreifen oder auf andere verschwiegene Kanäle wechseln. Wenn sie schon nicht fingerfertig-liebevoll eine selbst entworfene Karte anfertigen mag. Doch womöglich ist das beste (Stück?) auch nicht unmittelbar greifbar, leider nicht zugegen, unterwegs auf Montage, im Auftrage ihrer Majestät oder hinter schwedischen Gardinen, wer weiß das schon. Gut, befände ich mich an seiner Stelle, freute ich mich unter Umständen auch ein kleines bißchen darüber, so kleinlich wollen wir dann doch nicht sein. Mutmaßlich wäre ich aber eher peinlich berührt: über den Drang meiner Angetrauten zur Selbstdarstellung, über das Nachaußenkehren ganz eigener, privater Angelegenheiten, über das Publikmachen meines Beziehungsstatus, über den vor Kitsch triefenden Gefühlserguß für die Galerie. Denn was ist solch ein Bekenntnis dann noch wert, welches offensichtlich deutlich auf Außenwirkung berechnet ist? Es ist nichts anderes als Reklame in eigener Sache, Extro-Propaganda, Emotionsveräußerung, Objektsdegradierung einer Beziehung. Oder Verlust der Fähigkeit zu direkter Kommunikation, die Unfähigkeit, Gefühle im direkten mündlichen Austausch zu teilen (und also nicht per Tastatur), sich mithin gegenseitig emotional zu beschenken. Dem ach so sozialen Netzwerk sei’s hiermit gedankt. Solch ein Paar sitzt vermutlich einträchtig nebeneinander – wenn es dann tatsächlich einmal vereint ist, siehe oben -, ein jeder starrt gebannt auf seinen smarten Screen, unablässig beschäftigt mit „Zewa wisch & weg“. Und ab und an wird pflichtschuldigst, mechanisch nur und ohne eigentliche Emotion, ein Liebesschwur für Hinz und Kunz veröffentlicht. Beruht die Netzwerk-Affinität indes nicht gänzlich auf Beiderseitigkeit, sei hier schließlich noch eine Empfehlung ausgesprochen: Drum prüfe, wer sich ewig bindet! und der anderen Seite: Drum prüfe, bevor Du postest!

Politik der Irrelevanz – oder Gleichmacherei durch Selbstverwirklichung

Jeder möge nach seiner Façon glücklich werden. Punkt. Und die eingetragene Lebenspartnerschaft – d’accord. Doch eins nimmt mich dann ziemlich wunder: warum streben die sich gesellschaftlich fortschrittlich Gebenden ihre Gleichberechtigung denn gerade mittels eines beinahe schon altmodisch zu nennenden Instituts wie der Ehe an? Und daß diese erzwungene Selbstverwirklichung einer Minderheit, ein Phänomen unserer Zeit, ausgerechnet mit einem weiteren Schritt hin zu einer gesellschaftlichen Nivellierung einhergeht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Als ob man keinerlei Unterschied mehr dulden wolle, als wäre alles gleichwertig, als hätten jegliche Normen und Werte urplötzlich ihre Gültigkeit eingebüßt. Und das Grundgesetz soll dabei gar per einfaches Gesetz verbogen werden.

Das eigentlich Peinliche an der ganzen Angelegenheit ist hingegen das Gebaren eines Teils unserer Volksvertreter auf der vereinten Linken, erweitert diesmal um die notorisch befreienden Liberalen, und umgehend gefolgt von ihren sich regenbogig einfärbenden Claqueuren in den sozialen Netzwerken. Indem jene Parlamentarier dem (kaum notwendigen) Votum über die sog. „Ehe für alle“ eine historische Dimension andichteten, feierten sie ostentativ sich selbst, als ob brennende Probleme innen wie außen – Syrien und Ukraine, Euro und Brexit, Flüchtlingsintegration und Wohnraum, Energiewende, Infrastruktur und Bildung etc. – endlich einer zufriedenstellenden Lösung zugeführt worden wären. Beziehungsweise erst gar nicht existierten. Damit scheint ihnen jedoch das Gespür abhandengekommen zu sein, das Gespür nämlich für das Wesentliche, für Opportunität und Schicklichkeit. Für ein Wahljahr zumal ein beredtes Verhalten – und kaum einnehmend.

Die Block-Party des Schwarzen Kindergartens

So, so, wieder mal Party-Time in HaHa. Schwarz-gewandete Rumpelstilzchen auf dem Ego-Trip, sich selbst und ihre Aggressionen feiernd, Selbstverwirklichung auf höchster Stufe, Unbeteiligte einschüchternd und attackierend, an fremdem Eigentum ihr Mütchen kühlend (obschon es freilich legitimere Ziele gibt). Und unsicher-dreist in ihrem Tun, daß sie quasi eine negative Ermächtigung von der anderen, der offiziellen Seite vorschieben, mithin nicht imstande, ohne wenn und aber für das eigene Agieren einzustehen  – Kindergarten-Niveau as it’s best. Denn in Wahrheit sind es beschränkte Wohlstandsjünglinge, Adrenalin-Junkies, die sich prächtig eingerichtet haben in der schillernden Konsum-Welt des Westens – warum sollte man sonst auch plündern? -, Sport-Touristen, Schlachtenbummler, welche die Sache wenig wichtig nehmen, sich selbst dafür aber umso mehr – denn die like-able Pose ist entscheidend. Und die ab Montag wieder in ihren braven Alltag zurückkehren. Wenn sie tatsächlich für ihr Anliegen so brennten, warum dann kein Selbstopfer? Warum entzünden sich bspw. nicht einige Aktivisten selbst in einem Akt kollektiver Solidarität im Schmerz mit den wahrhaft Unterdrückten? Das markierte dann das Fanal, an dem noch vorüberzugehen kaum mehr möglich wäre. Stattdessen schlichtes, zielloses Dumpfbackentum – und dann kann man es auch gleich bleiben lassen.

(PS: Der Verfasser dieser Zeilen identifiziert sich durchaus mit der (linken) Kritik an Ge-Zwanzig, Kapitalismus&Co, doch ist seine – natürlich zugespitzte – Meinung über legitime „Protestformen“ eine andere als die der Krawallmacher …)