Archiv für den Tag 24. August 2016

Samstags zum dm und dann …

Hej, A!

Ja, Du magst Samstag so zum Spätnachmittag sicherlich ganz dringlich den innerstädtischen dm aufsuchen und Dich drogerielich eindecken. Und dann erinnerst Du Dich, der El, der sonore Baß, malte Dir doch einst in epischen Zügen den weiteren gemütlichen Gang dieses gerade beginnenden Samstagabend aus und Du denkst Dir, genau, danach ist mir nun, das machen wir jetzt, und nach einem beherzten Telephonat triffst Du besagten nicht uncharmanten Charakter-Glatzkopf vor dem hiesigen Lichtspielhaus, welches Du, bevor es Ende des Jahres wohl auf immer seine Pforten schließen wird, noch mit Deiner persönlichen (falls sich da mittlerweile etwas geändert haben sollte: einmal ist keinmal!) hiesigen Kino-Premieren-Aufwartung beehren magst, und Du sinnierst, dann soll es aber tunlichst keine flach-komödiantische Konfektionsware, sondern das volle Problem-Programm sein, denn das erste Mal vergißt man ja bekanntlich nie, und da Dich bereits “the virgin suicides” nachhaltig beeindruckt hat, schlägst Du “Mustang” (18:30h, Treff ca. 18:00h) vor, was sich sogleich allgemeiner Zustimmung erfreut. Und weil es mittlerweile after-Tagesschau-Time ist und Du da für gewöhnlich ein kleines Abend-Mahl noch zu Dir nimmst, kommen wir geschwind überein, beim Türken resp. Italiener unseres Vertrauens um die Ecke einzukehren, um uns über einem feinen Gericht, das eben Geschaute im Herze bewegend, zuzuprosten. Und ums Versehen siehst Du Dich alsbald mit El, der des Traubensaftes ohnehin nicht abhold, sodann zu einem letzten edlen Tropfen in die erste Beize am Ort einkehren. Der Art animiert, heiter beschwingt, angeregt unterhalten und sehr wohl aufgeschlossen machen wir uns schließlich auf den Heimweg, den Abend gemeinsam gemütlich und weich gebettet ausklingen zu lassen und Du resümierst, welch grandiose Idee war das doch von Dir mit dem samstagspätnachmittäglichen Einkauf bei dm …

(Anm. des Verfassers: Der Text blieb ne Weile leider links liegen, was der geneigte Kinogänger an eben diesem „Mustang“, welcher längst lief, erkennen mag.)

eine erkühnte Seepartie

Der interessierten holden Dämlichkeit zur Bewunderung und den Rittern ohne Fehl und Tadel zum Ansporne sei folgendes kund getan:

Der Ce und ich, zwei tollkühne Recken, sind gestern wagemutigst in See gestochen. Denn vom beschaulichen M. aus nahmen wir entschlossen Kurs erst auf A.. So dann querten wir das Schwäbsche Meere, um an der R. nördlichem Gestade unsere Brotzeit – meine gewohnt üppig belegt von flinker Hand im Dorflädele – einzunehmen. Alsdann huben wir an, die weltkulturelle Insel zu umrunden, was sich nach Passage der Traverse dann doch als schweißtreibendes Unterfangen erwies, da auf der Südseite kein Wind mehr aufkommen wollte und die Sonne unerbittlich herniederbrannte. Und die Paddelbewegungen kamen dann auch nicht mehr ganz locker aus dem Handgelenk geschossen. Doch was ein rechter Recke ist, gestählt auch durch unzählige Auseinandersetzungen mit E-Bikern voller Falsch, den ficht das bißchen Schmerz nicht an. Nach einem geschwinden Radler in einem allzu mittelalterlich bevölkerten Strandbade in südwestlicher Ecke des romanisch-gemüslichen Eilandes bestiegen wir unser treues, auf den Namen “Blutrot” getauftes, maritimes Ross, die letzte Etappe in Angriff nehmend. Und wieder kreuzten furchtlos wir den bedrohlich weit aufragenden Höllenschlund des unruhigen Ozeanes gen M., denn ehrlose, gewissen- und ruchlose Wiganten reizten den Herrn der Wellen mit ihren ungestümen Motorrossen dermaßen auf, daß die See in unberechenbare Wallung geriet. Hatten diese feigen Söldner des Kapitalismus etwa darauf gehofft, uns auf hinterhältigste Weise zum Kentern zu bringen, wurden sie freilich rasch eines Besseren belehrt. Denn wir beide wackren Degen ritten geradewegs auf die Wellen zu und hinan, daß es eine schiere Freude war. So langten wir unangefochten und souverän, bewegt allein von der uns eigenen Manneskraft, vor der M. an und paddelten anschließend im sicheren Bewußtsein, allen Gefahren der See wie hinterhältigster gedungener Kreaturen heldenhaft getrotzt zu haben, hochzeitig – und eine ganze halbe Stunde vor der Zeit – in den Heimathafen ein. Dorten nahmen wir denn noch ein erfrischendes Bade, die ehrfürchtig-scheuen Blicke des einfachen Volkes mit Wohlwollen gewahrend, und kehrten schließlich hungrig, aber zufrieden zu des Ces R-er Trutzburg zurück, wo uns Lucy, die beständige Hüterin des Heimes, ungeduldig schon, aber freudig erwartete.

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Geschehen zu M. und drum herum den dreiundzwanzigsten des Augusts im Jahre des Herrn Zweitausendundsechzehn,

El “Rotgesicht” Edelmann von Be

 

Postscriptum I:

Lucy ist natürlich ein munterer Vierbeiner, ne wohlgenährte, schwarz-weiße Katz nämlich.

 

Postscriptum II:

Wie man innert fünf Stunden sich die Farbe eines ganzen Sommers aufs Gesicht zaubern kann …

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Nach dem wohl verdienten Sprung ins erfrischende Naß vor Ort in M …